Hauptsache sicher

01. Oktober 2011 von Thomas Bierling

Die Sicherheitsmaßnahmen für Reisen in die USA wurden nochmals verschärft:

Waterboarding

Ja, wo sind sie denn?

26. September 2011 von Wilfried Rottler

Ja wo sind sie denn?

…Wird sich hier so mancher fragen, der (oder die) die eine oder andere Kurzgeschichte noch einmal lesen wollte. Sie, unsere Lieblingsgeschichten, sind jetzt in einem Buch.
Die älteren unter uns werden daran noch gut erinnern: Ein Buch geht ohne Strom und Internet und ist größtenteils aus bedrucktem Papier modular zusammengesetzt. Völlig resistent gegen Viren, Hackangriffe oder minütliche Reboots. Das einzige was man sich zusätzlich runterladen muss, ist Zeit.

Bestellen kann man es bei amazon (im Moment sogar versandkostenfrei).

Sinneswandel Buchcover

oder bei Books-on-Demand, im Shop.
Und getauft haben wir unser jüngstes Kind:
Autoren: Wilfried Rotter / Thomas Bierling
Titel: Sinneswandel (kurze Kurzgeschichten / gedachte Gedanken)
Am besten zu finden unter den Autorennamen.

Die Bücher werden gerade (also aus Sicht des 26.09.2011) gedruckt, sollten noch warm sein wenn sie bei euch angekommen. Dafür kann es auch noch 2-3 Tage dauern.

Viel Spaß beim Bestellen und anschließendem Schmöckern wünschen

Thomas Bierling & Wilfried Rottler

Abenteuer Restmülltonne

16. September 2011 von Wilfried Rottler

Freitag Morgen, 08.00 Uhr, meine Mülltonnen stehen stolz aufgereit am Straßenrand. Ich radle zum Bäcker um frische Brötchen zu holen.

08.20 Uhr: ich komme zurück und sehe mit Schrecken: meine Restmülltonne fehlt. Ich gehe über die Straße zum Nachbarn: beim ihm steht in Restmülltonne noch auf der Straße, bereits ordnungsgemäß geleert.

08.45 Uhr: Anruf beim Amt für Abfallwirtschaft, ob man denn etwas wisse, habe man denn meine Tonne mitgenommen, ist vielleicht etwas kaputtgegangen? Nein, nichts von alledem. Ich solle einmal die Straße entlanggehen, vielleicht steht sie ja ein paar Häuser weiter.

09.15 Uhr: bin die ganze Straße rauf und runter gegangen, wußte nicht so recht woran ich meine Mülltonne erkennen soll, die sehen sich alle recht ähnlich. Am Geruch vielleicht?

09.20 Uhr. Rufe nochmal beim AFA an, Mülltonne nicht zu finden. Bestelle eine neue.

09.25 Uhr: erarbeite verschiedene Verdachtsszenarien.

09.35 Uhr Auf der Straße höre ich das Poltern einer Mülltonne. Mein Bkutdruck steigt, aha, denke ich mir, dass muß der Mülltonnen-Täter sein. Raus auf die Straße.

09.36 Uhr: Meine Nachbarin versucht verzweifelt die Lieferung einer zusätzlichen Restmülltonne abzuwehren. Ich gehe zögerlich auf die Diskussionsgruppe zu. Äh, sage ich, bei mir fehlt eine. Erleichtert schauen mich mehrere Augenpaar (Nachbarin + Männer vom Ordnungsamt) an. Was ist denn passiert, frage ich schüchtern… heute morgen sei meine gesamte Restmülltonne in den Müllwagen gestürzt. Unwiederbringlich. Deswegen hätten die Männer von der Müllabfuhr dem Ordnungsamt Bescheid gesagt eine neue zu liefern, sich anscheinend nur in der Hausnummer vertan.

09.50 Uhr: AFA anrufen, neue Mülltonne wieder abbestellen.

9.55 Uhr: Krise bereinigt. Vorsatz für den nächsten Freitag: lieber ins Büro gehen, zuhause ist es mir zu aufregend. Werde heute nacht sicher von Albträumen verfolgt, in denen es um Müllberge geht..

So erschienen im Dezember 2007 in den Badischen Neusten Nachrichten (in Form eines Leserbriefes von mir selbst)

Masslos vernünftig

08. Juli 2011 von Wilfried Rottler

Inzwischen fürchten wir uns vor fast allem. Vor allen Dingen davor zu sterben. Obwohl das die einzig sichere Tatsache unseres Lebens ist. Also nicht rauchen, gesund essen, Sport treiben, work-life-balance, nicht aufregen. Dadurch können wir dem Tod zwar auch nicht entrinnen, es fühlt sich aber so an als würden wir die Unsterblichkeit erreichen. Noch ein bisschen anti-aging und wir sterbenkerngesundt. Wahrscheinlich an Langeweile.

Der zigarrenrauchende, schwitzende, kurzatmige und rotgesichtige Typ von gegenüber ist völlig out. Der ist jetzt schlank und sportlich. Das ist vernünftig und dermaßen in. Früher war er immer gut drauf und lustig. Heute ist er etwas verbissen, die Mundwinkel zeigen nach unten, lachen hörten wir ihn schon lange nicht mehr, aber sein Blutdruck ist optimal.

Früher sah man in Filmen rauchende und hustende Helden, die sich zum Feierabend erst einmal 1,5 Promille Whiskey in ein Wasserglas füllten und den Inhalt ex ins Bewußtsein pumpten. Völlig unvernünftig. Heute sieht man zwei hagere Typen durch den Stadtpark hecheln, die übere ihre Scheidung und neben die Rettung der Welt sprechen. In Gedanken hechelt das halbe Kino gleich hinterehr. Macht zwar keinen Spaß, ist aber sehr vernünftig, gesund und überhaupt.

Wir haben eine Zeitspanne “Z” zu leben. Diese liegt zwischen den Punkten “G” (wie Geburt) und “T” (richtig:Tod) und ist nach bisherheriger Erfahrung auch durch masslos vernünftiges Verhalten nicht beliebig verlängerbar. Also sollten weir doch versuchen die Variablen “S1″, “U”, “R” und “S2″ zu optimieren. Wobei diese für Spas, unmöglich sein, rumtollen und Sonstiges stehen sollen.

Da sich aber der Vernünftige immer als ein kleines wenig Besser wähnt als der Unvernüftige, wobei kein Mensch weiß wie dieses Besser-Sein zu fassen ist, und es immer wieder zu Konflikten zwischen Vernünftigen und unvernünftigen kommt, hat das Auswirkungen auf die Gesellschaft. Vor allen Dingen wenn man sich vor Augen führt, wie ein solcher Konflikt ablaufen wird.

Folgende Szene: der Vernünftige hat mit dem Unvernünftigen einen Termin vereinbart. Er hat sich gründlich vorbereitet, eine Agenda erarbeitet, Anzug und Kravatte angezogen, einen Besprechungsraum angemietet und mehrere Flipcharts erarbeitet. Der Unvernünftige kommt 10 Minuten zu spät, ist unrasiert, hat einen rießigen Kater von gestern abend und weiß nicht mehr um was es eigentlich geht.

Nach ca. 23 Minuten heftigen sachlichen Argumentierens durch den Vernünftigen bekommt der Unvernünftige einen Wutanfall und irre hohen Blutdruck, zerreißt die Flicharts, jagt den Vernünftigen unter Todesdrohungen aus dem Besprechungsraum und verfolgt diesen noch queer durch ein Bürogebäude, dabei laut brüllend und drohend einen ergenomisch wertvollen Bürosessel schwingend. Der Vernünftige vorneweg, jetzt auch mit erhöhten Blutdruck, laut fordernd, das der andere doch vernünftig sein soll, dabei angestrengt darüber nachdenkend was in einem solchen Fall entsprechend der Anweisungen aus dem letzten Konflikt-Bewältigungs-Seminar zu tun sei.

Nach weiteren 14 Minuten rennt der Vernünftige immernoch , während der Unvernünftige erst einmal bei einer Cafeteria abgebogen ist und sich mit einer Kollegin bei einem koffein-haltigen Cafe und einem cholesterin-verseuchtem Wurstbrötchen prächtig unterhält. Der Vernünftige hat währenddessen eine Glastür übersehen, diese in hoher Geschwindigkeit durchbrochen und blutet nun aus mehrere Schnittwunden. Während er sich mit dem eilig herbeigerufenem Facility-Manager (das war früher der Hausmeister, die Älteren unterr uns werden sich daran erinnern können) darüber auseinandersetzt, wie unvernünftig eine nicht gekennzeichnete Glastür sei, verblutet er leider.

Der Unvernünftige bekommt davon überhaupt nichts mit, wirft den Rest seines Lebens noch mit so manchem Bürostuhl um sich und stirbt erwartungsgemäß kurz nach Vollendung seines 50. Lebensjahres an einem kapitalen Herzinfarkt. Aber nur weil er sich wieder maßlos über so einen vernünftigen Bedenkenträger und Angstheimer aufregen musste.

Wir sollten nach dem Rauchen und Saufen also demnächst die Vernunft verbieten. Ist echt gefährlich.

Trockene Brezeln

30. Juni 2011 von Wilfried Rottler

Das ist eine schwäbische Bezeichnung für eine Brezel, die nicht mit Butter geschmiert ist. Hingegen heißt eine Butterbrezel nicht nasse Brezel. Das gleiche gilt auch für Brote. Das Gegenteil eines trockenen Stück Brotes ist nicht das nasse Brot, sondern ein Butterbrot. Mit Wein wird es schon schwieriger. Wir unterscheiden nicht trockene und Butterweine, sondern trockene und liebliche Weine. Auch ein geschmierter Wein ist nicht bekannt. Beim trockenen Humor und trockenem Husten kommen wir weder mit Lieblichkeit noch mit Butter weiter. Ganz anders als bei Politikern. Bleiben wir hier beim Sinnbild der Butter und des Schmierens, sowie nass und trocken, wäre ein trockener und damit ungeschmierter Politiker wohl aus Gründen der Effektivität eher der Oppostion zuzuordnen, hingegen wäre ein nasser und geschmierter Politiker wohl besser in der Regierungskoalition aufgehoben. Daher kommt dann wohl auch der Begriff des nass-forschen. Für die nächste Überarbeitung des Dudens sollte man also den “gebutterten Politiker” vorschlagen, als Unwort des Jahres. Oder so.

Obwohl man ja auch in der Opposition viel Schaden anrichten kann. Aber so genau wissen wir das ja nicht. Zumindest ist es beruhigend, dass Herr Winfried Kretschmann relativ trocken daherkommt. Was vorher wie geschmiert lief quietscht jetzt etwas. Das muss ja nicht schlecht sein. Der Württemberger Wein zeichnet sich ja auch nicht durch allzuviel Lieblichkeit aus. Bleibt die Frage, ob man einen trockenen Politiker mit einer Butterbrezel schmieren kann. Oder so.